Nessebar, eine verträumte Halbinsel im schwarzen Meer

Bulgarien verfügt über wunderschöne Strände am schwarzen Meer. Die bekanntesten sind der Gold- und der Sonnenstrand. Letzterer ist der größte Badeort Bulgariens mit über 200 Hotels, in denen jährlich über 45.000 Touristen untergebracht werden können. Der Strand ist 8 km lang und über 100 m breit. Er besteht aus feinem hellen Sand, der die Sonne reflektiert, woher er sicherlich seinen Namen hat. Sein südliches Ende verbindet den Sonnenstrand mit einer kleinen felsigen Halbinsel auf der sich die sehr alte Stadt Nessebar befindet. Die einzige Verbindung zum Festland ist eine 350m lange schmale Landzunge.

Nessebar hat um die 21.000 Einwohner und kann auf eine lange und abwechslungsrieche Geschichte blicken. Die Stadt wurde 1983 zum UNESCO Weltkulturerbe ausgerufen, da sich in ihr mannigfache Bauwerke aus den verschiedensten Epochen und von unterschiedlichen Kulturen erhalten haben. Eine erste thrakische Besiedlung der Halbinsel war bereits wieder verschwunden, als die Griechen sie im 7. Jahrhundert v. Chr. entdeckten und auf ihr eine erfolgreiche Polis errichteten, welche im ganzen Mittelmeer lukrativen Handel trieb. Unter dem Einfall der Römer verlor Melsa ihre einzige wirtschaftliche Bedeutung und konnte sie erst wieder im byzantinischen Reich ab dem 4. Jahrhundert zurückerlangen. Aus dieser Zeit stammen auch die ältesten Kirchen von Nessebar. Mit dem ersten Bulgarischen Reich siedelten sich Slaven und Bulgaren an, die der Stadt auch ihren heutigen Namen Nessebar gaben. Ende des 14. Jahrhunderts fiel die Stadt unter osmanische Herrschaft, dies kann man noch heute an türkisch anmutender Architektur ablesen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts endete die türkische Herrschaft und Nessebar gehörte wieder zu Bulgarien. Aus dieser Zeit stammen die vielen Häuser mit den wunderschön verzierten Holzaufbauten, die dieser kleinen Stadt ein unvergleichliches Aussehen geben. Das Untergeschoss besteht aus dicken Steinmauern, welches als Lager diente und die darüber errichteten Holzaufbauten wurden als Wohnung genutzt. Es gibt noch ungefähr 80 dieser wunderschönen Häuser.

Die wechselvolle Geschichte zeichnet sich auch in der Architektur ab und was davon übrig geblieben ist. Byzantinische Kirchen sind nur noch als Ruinen erhalten, beispielsweise die Basilika am Meer aus dem 5. Jahrhundert. Dennoch kann man die Erhabenheit und die Dreiteiligkeit des Schiffes an den Ruinen ablesen. Beeindruckende Zeugnisse der mittelalterlichen bulgarischen Baukunst sind beispielsweise die Christos Pantokrator Kirche auf dem Hauptmarkt oder die Sweta Petka Kirche. Sie verfügen über die klassische Zierkonstruktion im Mauerwerk, dessen streifenweise angeordnete Backsteinmauerwerke durch verschiedene Keramik vervollständigt werden. Die optische Wirkung wird zusätzlich durch rote und grüne Rosetten und Teller in den verschiedenen Bögen und Giebeln der Seitenfassaden verstärkt. Neben den verschiedenen Kirchen beeindruckt Nessebar auch durch seine gigantische Festungsmauer, die sich zu beiden Seiten der Landzunge erhebt. In die Stadt gelangt man durch ein eindrucksvolles Westtor, welches immer noch mit wehrhaften Türmen bestückt ist. In Nessebar gibt es auch einige wunderschön restaurierte Windmühlen.

Ein Besuch dieser unvergleichlichen Stadt lohnt sich: auf einem kleinen Spaziergang durch die Stadt kann man anhand der unterschiedlichen Gebäude die wechselvolle Geschichte dieser Stadt nachvollziehen und man ist auch nicht weit entfernt von einem wunderschönen Sandstand am schwarzen Meer.

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