Peking – Die Hauptstad im Reich der Mitte

Peking oder auch Beijing ist die Hauptstadt der Volksrepublik China. Die „Nördliche Hauptstad“ liegt in der Provinz Hehei, ungefähr 200 km landeinwärts des Golfs von Bohai. Peking ist eine regierungsunmittelbare Stadt, das heißt sie ist den chinesischen Provinzen gleichgestellt. Ihr Gebiet umfasst über 16.800 Quadratkilometer, eine Größe wie sie Thüringen oder die Steiermark besitzen. In Peking wohnen über 15,5 Millionen Einwohner und daher zählt die Stadt mit zu den größten Ballungsgebieten der Welt.

Peking ist von Bergen umgeben und erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über 180 km und in Ost-West-Richtung über 170 km. Peking ist das politische Zentrum von China und kann auf eine über 3000 jährige Geschichte zurückblicken. Sie besitzt ein umfassendes und imposantes Kulturerbe. Sehenswert sind neben der Verbotenen Stadt mit dem Kaiserpalast, welcher 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde, auch der Tiananmen-Platz, chinesisch für „der Platz des Tors des himmlischen Friedens“, der alte und der neue Sommerpalast und die zahlreichen Tempel, die verstreut im Stadtgebiet liegen. Besonders sehenswert sind der Konfuziustempel, der Lamatempel und der Himmelstempel.

Ist man in Peking, sollte man unbedingt der Peking-Oper einen Besuch abstatten. In ihr kann man ganz besondere Vorstellungen erleben, die verschiedene Kunstformen, wie Gesang, Tanz und Akrobatik miteinander verbinden und mit atemberaubenden Kostümen und Geschichten bezaubern. Auch die zahlreichen Museen und die verschiedenen Galerien, die vor allem junge zeitgenössische Kunst ausstellen, lohnen sich für kulturell Interessierte.

Die Altstadt von Peking gilt auch heute noch als Abbild der Weltordnung, des Kosmos und ist in drei Teile gegliedert: die Kaiser-, die Inneren und die Äußere Stadt. An der Hauptachse der Altstadt, in Nord-Süd-Ausrichtung befinden sich Palast- und Zeremonialgebäude. In der Kaiserstadt findet sich neben Regierungsgebäuden, Palästen, Tempeln und Parkanlagen auch die Verbotene Stadt. In ihr befindet sich der Kaiserpalast, welcher sich aus 890 Palästen und vielen Pavillons mit 9.999 ½ Räumen zusammensetzt. Dies geht auf die Legende zurück, dass nur der Palast im Himmel 10.000 Räume haben durfte, daher mussten sich die Chinesischen Kaiser, die Söhne des Himmels mit weniger Räumen zufrieden geben. Die Verbotene Stadt ist von einem Wassergraben und von einer hohen Mauer umgeben, an deren Ecken sich mächtige Türme erheben. Eintritt erlangt man durch das Haupttor oder auch das Fünf-Phönix-Tor.

Weitere reizvolle Kulturstätten sind die Ming-Gräber und das Alte Observatorium. Die erste Sternwarte entstand in Peking im 13. Jahrhundert unter Kublai Khan. Aber auch die verschiedenen christlichen Kirchen legen ein eindrucksvolles Zeugnis von der chinesischen Lebensphilosophie des „sowohl als auch“ ab. Dadurch können verschiedene Religionen, wie der Buddhismus, der Daoismus, der Islam und das Christentum sowie der alte chinesische Volksglaube nebeneinander friedlich koexistieren. Die bekanntesten Kirchen sind die Östliche Kirche Wangfujing und die Nördliche Kirche Xishiku.

Nicht weit entfernt von Peking liegt das bekannteste Teilstück der Chinesischen Mauer. Die Mauer ist hier 6 m breit und wird in regelmäßigen Abständen von Wachtürmen aus der Ming-Zeit (1368-1644) bestückt. Dieser Mauerbereich wurde 1957 als erster restauriert.

Wenn man in Peking ist, kann man sich von den Gegensätzlichkeiten gefangen nehmen und die einzigartige Atmosphäre auf sich wirken lassen. Die Stadt pulsiert vor Verkehr, Menschen und Hektik, aber dennoch gibt es immer wieder Oasen der Ruhe, in denen man wandeln und den Lehren des Konfuzius nachsinnen kann.

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