Über den Dächern von Leipzig

Dieses Jahr fand vom 29. Juli bis 1. August die 16. Saxonia International Balloon Fiesta in Leipzig am Silbersee statt. Doch dieses Mal war ich nicht nur mit dabei, sondern auch oben drüber. Am Samstagmorgen mussten wir um 6.00 Uhr am Startplatz am Silbersee bei unserem Ballon eintreffen und schon ging es los. Zuerst sollten wir den Heißluftballon entfalten und beim Aufbau helfen. Doch sobald der Ballon aufrichtet war, hieß es schnell einsteigen und festhalten, immer den Fotoapparat griffbereit.

Das Völkerschlachtdenkmal

Das Völkerschlachtdenkmal

Sanft erhoben wir uns in die Lüfte, ohne dass wir etwas von der Bewegung gespürt haben. Überhaupt habe ich während der Fahrt keine Bewegung wahrgenommen, als ob man auf dem festen Boden stehen würde, nur mit einer viel schöneren Aussicht. Fast ganz Leipzig lag noch verschlafen und friedlich zu unseren Füßen und auch die Sonne erklomm erst langsam den Himmel. Unglaublich wie ruhig es da oben war, abgesehen von den kläffenden Hunden auf einem Gutshof, obwohl wir über 100 Meter hoch und das Gut noch ein paar Kilometer entfernt war, hörten wir das aufgeregte Bellen der Hunde. Da möchte ich nicht Nachbar sein, was die für ein Organ haben. ;-)

Langsam und gemächlich schossen wie Pilze auch die anderen Ballons von der Startwiese nach oben und nahmen die Verfolgungsjagd auf. Und wieder beweist sich, auch Elefanten können fliegen, ja sogar Dinosaurier. Ich hatte ja damit gerechnet, dass es im Korb recht kühl sein könnte, aber weit gefehlt. Da kein Luftaustausch stattfindet, wir werden ja vor dem Luftstrom hergeschoben, war die Temperatur im Korb die gleiche wie am Boden. Eigentlich sogar höher durch den Brenner, meine Wangen glühten richtig.

Viele Ballons

Viele Ballons

Nach einer unglaublichen Fahrt setzte unser Fahrer auf dem Flugplatz Taucha zur Landung an. In der Zwischenzeit war ein kleiner Wettstreit zwischen den Ballonfahrern entbrannt. Wer am nächsten am Hangar landet gewinnt, doch sie haben vergessen auszumachen, was der Gewinner bekommt. Vom Eifer gepackt und aufgrund der großen Erfahrung unseres Fahrers gewann unser Ballon den Wettstreit. Nachdem wir ausgestiegen waren, hieß es wieder den Ballon zusammenfalten, in seinen Sack stecken und Korb und Ballon im Verfolgerwagen verstauen.

Nachdem dies vollbracht war, wurden alle Anwesenden, die ihre erste Ballonfahrt absolviert hatten, vom Fahrer geadelt. Zuerst mussten wir einen Vers nachsprechen, dann wurden unsere Haare (leicht) versenkt und sogleich mit Sekt abgelöscht. Nachdem das Formelle erledigt war, bekamen wir unsere Urkunden und fuhren gemeinsam mit dem Verfolger zurück zum Silbersee, von wo jeder wieder seiner Wege ging, ganz wie es ihm beliebte, zu Fuß, per Rad, mit der Straßenbahn oder dem Auto. Schade, eigentlich wäre es nicht schlecht und jetzt ja standesgemäß gewesen, wenn ich mit einem Ballon vor meiner Haustür abgesetzt worden wäre. Vielleicht das nächste Mal.

Dieser Text wurde von Karin N. aus Leipzig verfasst. Vielen Dank, Frau Gräfin!

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One Response to “Über den Dächern von Leipzig”

  1. Ein unglaublich schöner Bericht über eine Ballonfahrt. Beim lesen kann man richtig neidisch werden.
    Zum Glück ist Leipzig jedes Jahr,im Sommer, der “Nabel der Ballonfahrerwelt”.
    Diese Veranstaltung wird für immer mehr Leipziger und auch für ihre Gäste zu soetwas wie eine Pflicht. Es gibt unglaublich viel zu erleben und zu erfahren. Gerade für Familien gibt es viel zu staunen. Höhepunkte sind zum einen das große Feuerwerk und natürlich das “Ballonglühen”.
    Neben Spaßveranstaltungen finden natürlich auch ernsthafte Wettbewerbe in verschiedenen Kategorien statt.

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